Weltacker Bern – Welternährung auf einen Blick

Hast du schon mal einen Teller Bolognese auf dem Feld gesehen? Der Weltacker macht es möglich – und zeigt auch sonst Spannendes auf – der Kurzbericht einer Weltackerreise.

Der Weltacker

Unsere Erde ernährt gut 8 Milliarden Menschen – manche besser, manche schlechter. Pro Person stehen dafür neben 4400 m² Wiesen und Weiden etwa 2000 m² Ackerland zur Verfügung, welches den Hauptbeitrag zur Ernährung leistet. Die Verwendung dieser Fläche wird auf einem Weltacker anschaulich dargestellt. Nebst z.B. Gemüse und Obst zum direkten Verzehr wachsen auf unsern Äckern auch Getreide, Öl- und Hülsenfrüchte, welche teils als Tierfutter verwendet werden. Zur Produktion einer „tierischen“ Kalorie sind mehrere pflanzliche Kalorien notwendig. So nehmen diese Pflanzen einen grossen Flächenanteil ein.

Kulturen auf dem Weltacker Bern
Kulturen auf dem Weltacker Bern

Übrigens: Hast du dein T-Shirt entdeckt? Auch viele Textilien haben ihren Ursprung auf den Äckern unserer Welt – sei es als Baumwoll-, Hanf- oder Leinenpflanzen.

Fair-teilen?

Einen Kuchen fair zu teilen, lernen wir bereits im Kindesalter. Doch wie sieht das beim Ackerland aus? Da haben nicht alle „gleich viel vom Kuchen“: Im Durchschnitt konsumieren die Einwohner*innen der Schweiz die Erzeugnisse von ca. 2800 m² Ackerland. Das sind 40% mehr als der globale Durchschnitt. Dabei stehen im Inland gerade mal 450 m² Ackerland pro Person zur Verfügung.

Was nehmen wir mit?

  • Wenig wegwerfen zum Ersten: Etwa ein Drittel der Lebensmittel in der Schweiz landen in der Tonne – das entspricht dem Ertrag von ca. 900 m² Ackerland pro Person. Konkret:
    • Geplant einkaufen
    • bei Überschreiten des Datums mit allen Sinnen prüfen ob noch essbar
    • Resten kühlen und später aufessen
    • grosse Überschüsse verschenken, z.B. auch via Madame Frigo
  • Wenig wegwerfen zum Zweiten: Wir nutzen Kleider so lange es geht. Sind sie nicht mehr „gesellschaftstauglich“, tun sie es noch lange zum werken, gärtnern oder als „verhudlets“ Pijama (= shabby chic 😉 ).
  • Tierischer Luxus: Weniger tierische Produkte essen macht Acker frei für andere(s). Am besten werden die Tiere noch auf Weiden gehalten, die nicht für den Ackerbau geeignet sind.
  • Genussvoll gärtnern: Unsere Balkone, Gärten, Terrassen, … zählen nicht zu den Äckern dieser Welt. Nutzen wir sie! Es macht Spass, hält fit und schmeckt toll.
  • Last but not least: Heimisches Kuscheln: Rücken wir zusammen und nutzen wir weniger Wohnraum. Das reduziert den Druck zur Überbauung der verbleibenden Freiflächen, gibt ausserdem wohlig warm und macht glücklich.

PS: Hier noch der Eingangs erwähnte Teller Bolognese: Er beansprucht 1.7 m² Ackerland für Getreide, Tomaten, Sonnenblumen (Öl) und Tierfutter für Fleisch- und Käseproduktion.

So sieht eine Bolognese auf dem Acker aus
So sieht eine Bolognese auf dem Acker aus.

Zum Vergleich: Eine Asiapfanne mit gleich vielen Kalorien gibt es bereits auf 1,0 m²

So sieht eine Asia-Pfanne auf dem Acker aus.
So sieht eine Asia-Pfanne auf dem Acker aus.

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